Haustiere sind des Deutschen bester Freund. Wohl in keinem anderen europäischen Land gibt es mehr Haushalte die einKatzen, Haustiere, Steuern, Steuer tierisches Familienmitglied halten als in Deutschland. Auf Platz 1 rangiert die Katze mit ca. 8,2 Millionen gefolgt vom Hund mit 5,4 Millionen. Knapp dahinter folgen Kleintiere wie Kaninchen, Hamster oder Meerschweinchen mit 5,1 Millionen. Auf dem vierten Platz liegen Zierfische mit 4,1 Millionen, wie die Zahlen des Industrieverbands der Heimtiere offenlegen. Alle diese Tiere haben ihre Eigenheiten. Unterschiede gibt es sowohl beim Kosten- und Zeitaufwand, wie auch der Lebenserwartung.
Bisher verweigerten die Finanzämter die steuerliche Anerkennung von Tierkosten. Dabei sind die jährlichen Belastungen für Tierarztkosten, Impfungen, Wohnbetreuung u.a. nicht selten im mehrfachen vierstelligen Bereich. Das Finanzgericht Düsseldorf hat mit Urteil vom 04.02.2015 nunmehr der bisherigen Praxis der Finanzämter eine Absage erteilt. Die Kosten für die Betreuung eines Haustiers stellen nach Auffassung des Finanzgerichts Düsseldorf u.U. steuerbegünstigte Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen dar. Die Revision zum Bundesfinanzhof wurde zugelassen.
 
Die Kläger im vorgenannten Finanzgerichtsverfahren hielten eine Hauskatze in ihrer Wohnung. In ihrer Abwesenheit beauftragten sie für die Betreuung der Katze eine Tier- und Wohnungsbetreuung für 12 EUR pro Tag. Im streitgegenständlichen Jahr 2012 liefen für die Tierbetreuerin Kosten von insgesamt 302,90 EUR auf, deren Rechnung sie per Banküberweisung beglichen. Die Kläger setzten diese Betreuungskosten in ihrer Einkommensteuererklärung als haushaltsnahe Dienstleistungen an. Das Finanzamt lehnte die Anerkennung der Tierbetreuungskosten jedoch unter Verweis auf das einschlägige BMF-Schreiben (Bundesministerium für Finanzen) ab. In dieser für das Finanzamt verbindlichen Anweisung wird eine Steuerermäßigung für Tierbetreuungs-, Tierpflege- und Tierarztkosten ausgeschlossen. 
 
Die Kläger erhoben gegen diese Entscheidung Klage beim FG Düsseldorf und errangen einen Sieg gegen die Finanzverwaltung. 
 
Das FG Düsseldorf begründete seine Entscheidung damit, dass die Versorgung von Haustieren iSd § 35 a EStG einen engen Bezug zur Hauswirtschaft des Halters habe, sofern die Katzen in der Wohnung des Halters lebten und Tätigkeiten wie die Reinigung des Katzenklos, die Versorgung der Katze mit Futter und Wasser und die sonstige Beschäftigung des Tieres typischerweise durch den Halter und dessen Familienangehörige erfolge. Der Begriff „haushaltsnahe Dienstleistung“ ist gesetzlich nicht näher bestimmt. Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung müssen die Leistungen eine hinreichende Nähe zur Haushaltsführung aufweisen bzw. damit im Zusammenhang stehen. Tiere, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben oder deren Betreuung überwiegend außerhalb der Wohnung erfolgt, werden daher von Steuerermäßigung des § 35 a EStG nicht erfasst. Das wirkt sich spürbar aus, denn nach dieser Vorschrift ermäßigt sich die tarifliche Einkommensteuer auf Antrag um 20 % (höchstens 4.000 EUR) der Aufwendungen.
 
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